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200 Herdenschutzhunde auf 90 Alpen

Der Einsatz von Herdenschutzhunden ist einer der Pfeiler des nationalen Programms zum Schutz von Schaf- und Ziegenherden. Gegen 200 Schutzhunde sind derzeit in der Schweiz auf rund 90 Alpen verteilt.

Erste Versuche mit Rinderherden sind angelaufen. Der Verein Herdenschutzhunde Schweiz setzt sich dafür ein, dass die Hunde sorgfältig ausgewählt, für ihre Schutzaufgabe ausgebildet und gegenüber Menschen gut sozialisiert werden.

Tafeln am Rand der Weiden erläutern, wie man sich gegenüber Herdenschutzhunden verhalten soll. Es wird vor allem empfohlen, möglichst grossen Abstand zur Herde und zum Schutzhund zu halten, ruhig zu bleiben, vom Fahrrad zu steigen und den eigenen Hund an die Leine zu nehmen.

Bundesrätin Leuthard hält Herdenschutz für notwendig und wirksam

Bei ihrem Besuch auf der Alp Creux de Champ (Les Diablerets VD) am 31. Juli 2012 unterstrich Bundesrätin Doris Leuthard die Notwendigkeit, Nutztierherden gegen Grossraubtiere zu schützen.

Sie verwies auf die guten Ergebnisse mit Herdenschutzhunden. Staatsrätin Jacqueline de Quattro bekräftigte, dass der Kanton Waadt fest entschlossen sei, den Herdenschutz auszuweiten. Heute würden bei 90% der 7600 gesömmerten Schafe und Ziegen Schutzmassnahmen getroffen.

Bundesrätin Doris Leuthard lobte das Engagement der Kantone Waadt, Bern und Freiburg, die in den Westschweizer Voralpen einen «beispielhaften» Herdenschutz aufbauten. Die Integration von Schutzhunden in die Herden kann als Erfolg gewertet werden: 2011 war bei den von Hunden bewachten Herden nicht ein gerissenes Tier zu verzeichnen. Dies sei auch im Interesse der Nutztierhalter, sagte die Bundesrätin.

Das Engagement der Nutztierhalter bleibe «die wichtigste Voraussetzung», um das Zusammenleben von Grossraubtieren und Herden zu ermöglichen. Denn die Schutzmassnahmen beruhten auf freiwilliger Basis.

Der Bund unterstütze die Nutztierhalter mit Beratung und finanziellen Mitteln, doch sei der Herdenschutz nicht Aufgabe des Bundes, sondern der betreffenden Branche, erklärte die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK.

Der Herdenschutz funktioniere in der Schweiz, weil alle Beteiligten zusammenarbeiteten: Nutztierhalter, Hirten und Herdenschutzfachleute, die Gesellschaft sowie die Behörden von Bund und Kantonen.

Unterstützung des Bundes entscheidend

Staatsrätin Jacqueline de Quattro hob hervor, dass das im Kanton Waadt eingeführte Herdenschutzsystem ausgezeichnete Ergebnisse bringe. Die Zahl der von Grossraubtieren gerissenen Nutztiere sei ständig zurückgegangen.

Während 2008 noch 34 Schafe und Ziegen dem Wolf zum Opfer gefallen waren, wurde 2011 im Waadtländer Jura nur ein Schaf von einem Luchs gerissen.

Die Staatsrätin betonte auch, dass die Unterstützung des Bundes äusserst wichtig sei. Ohne die Finanzierung der Herdenschutzhunde wäre es viel schwieriger, die Herdenbesitzer dazu zu bewegen, Schutzmassnahmen zu ergreifen.


 

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